Gerade in heißen Sommermonaten mit hohen Temperaturen auch an Arbeitsplätzen stellt sich immer wieder die Frage: Brauchen wir einen anderen Arbeitsrhythmus zur Sommerzeit? Erst kürzlich forderte der Amtsarzt … die Einführung einer „Siesta“ auch an Arbeitsplätzen für Arbeitnehmer. Ist dies möglich? Gibt es gar ein Recht auf Siesta? Und welche Möglichkeiten gibt’s bei heißen Arbeitstagen noch zu beachten? Hier einige Aspekte zu diesen Themen.

Drei Uhr mittags im Sommer: Stellen Sie sich ein Dorf in Spanien vor. Die Sonnenstrahlen knallen erbarmungslos auf die Erde. Auf dem kleinen Dorfplatz findet sich kein Mensch. Auch Geschäfte und Büros sind verlassen. Denn die Menschen haben sich zurückgezogen in die Kühle ihrer Häuser – und sie ruhen. Sie machen eine Siesta.

Was ist eigentlich eine Siesta?

Die Siesta ist die traditionelle Ruhepause am Nachmittag, die viele Menschen in Südeuropa einlegen. Und sie ist gesund für den Menschen. Der Körper kann sein durch Hitze gestresstes Energielevel herunterfahren und regenerieren.

Das Wort „Siesta“ stammt ursprünglich aus dem Spanischen. Es leitet sich von dem lateinischen Wort „sexta“ ab, was „sechste Stunde“ bedeutet. In der römischen Zeit wurde die sechste Stunde nach Sonnenaufgang als die heißeste Tageszeit angesehen, und es war üblich, in dieser Zeit eine Ruhepause einzulegen, um der Mittagshitze zu entgehen.

Im Laufe der Zeit hat sich das Wort „sexta“ in verschiedenen romanischen Sprachen entwickelt, darunter das Spanische, und wurde zu „Siesta“.

Eine Löwin am Schlafen

Tiere wissen, ihre Kräfte einzuteilen. Ist eine Siesta für uns Menschen auch sinnvoll?

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Pro und Contra für die Siesta an deutschen Arbeitsplätzen

Und so werden auch in Deutschland die Stimmen nach der Einführung einer Siesta während der Arbeit lauter. So schlug der Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, Johannes Nießen, zum Redaktionsnetzwerk Deutschland: „Wir sollten uns bei Hitze an den Arbeitsweisen südlicher Länder orientieren: Früh aufstehen, morgens produktiv arbeiten und mittags Siesta machen.“

Für diese Aussagen erhielt Johannes Nießen viel Zustimmung – sogar von Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Und dennoch äußerten Arbeitgeberverbände auch Zweifel über die Umsetzbarkeit dieser Siesta am Arbeitsplatz.

Fakt ist: Auch in südlichen Ländern wie Spanien ist die Siesta längst häufig abgeschafft. In Büros, gerade von international arbeitenden Firmen, wird wie überall im „globalen Takt“ eher von 8 bis 17 Uhr mit kurzer Mittagspause gearbeitet. Und oft sind dank Klimaanlagen die Arbeitsbedingungen gerade im Büro oft angenehmer geworden; für Menschen, die draußen oder körperlich arbeiten, sieht dies natürlich ganz anders aus.

Hitze am Arbeitsplatz: Was Arbeitgeber tun können

Auch wenn die Siesta in Deutschland wahrscheinlich erst einmal nicht standardmäßig eingeführt wird: Es gibt viele Dinge, die Arbeitnehmer und Arbeitgeber an heißen Tagen füreinander und für die Verbesserung ihrer Gesundheit tun können:

  • Hitzefreie Räume: Stellen Sie sicher, dass es in den Arbeitsräumen kühle und gut belüftete Bereiche gibt, in denen die Mitarbeiter sich in den Pausen erholen können.
  • Wasserversorgung: Stellen Sie ausreichend Trinkwasser zur Verfügung und ermutigen Sie die Mitarbeiter, regelmäßig Wasser zu trinken, um eine ausreichende Hydratation sicherzustellen.
  • Flexibles Arbeitszeitmodell: Erwägen Sie die Einführung flexibler Arbeitszeiten, um den Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, früh morgens oder später am Abend zu arbeiten, wenn die Temperaturen niedriger sind.
  • Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung: Bieten Sie Schutzmaßnahmen wie Sonnenschirme oder Sonnencreme an, um die Mitarbeiter vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen, insbesondere für Tätigkeiten im Freien.
  • Leichtere Arbeitskleidung: Ermöglichen Sie den Mitarbeitern, leichtere und luftdurchlässige Arbeitskleidung zu tragen, um Hitzestau zu vermeiden.
  • Pausenregelungen: Führen Sie häufigere Pausen ein, um den Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, sich abzukühlen und sich zu erholen.
  • Sensibilisierung für Hitzestress: Sensibilisieren Sie Mitarbeiter für die Auswirkungen von Hitzestress und lehren Sie sie, die Anzeichen von Hitzeerschöpfung oder Hitzschlag zu erkennen.
  • Hitzebezogene Schulungen: Bieten Sie Schulungen an, um die Mitarbeiter über die Risiken und Präventionsmaßnahmen bei heißen Temperaturen aufzuklären.
  • Gesundheitschecks: Erwägen Sie die Durchführung von Gesundheitschecks, um sicherzustellen, dass die Mitarbeiter für die Arbeit bei hohen Temperaturen geeignet sind.
  • Arbeitszeitverkürzung: In extremen Hitzewellen kann die Verkürzung der Arbeitszeit eine geeignete Maßnahme sein, um die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen.

Hitzefrei am Arbeitsplatz? Das sind die gesetzlichen Regelungen

Und natürlich gibt es auch einige gesetzliche Vorgaben, wie mit zu hohen Temperaturen am Arbeitsplatz umgegangen werden soll.

Den Umgang mit hohen Temperaturen am Arbeitsplatz regelt die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV). Und diese fordert eine „gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur“.

Das ist der Fall, „wenn die Wärmebilanz (Wärmezufuhr, Wärmeerzeugung und Wärmeabgabe) des menschlichen Körpers ausgeglichen ist.“ Und wird auch mit konkreten Kennwerten widergespiegelt:

  • Ab 26 Grad Raumtemperatur soll der Arbeitgeber Maßnahmen zur Kühlung ergreifen (und zum Beispiel Getränke bereitstellen)
  • Ab 30 Grad Raumtemperatur MUSS der Arbeitgeber diese Maßnahmen tun.
  • Ab 35 Grad Raumtemperatur darf der Arbeitsplatz nicht mehr benutzt werden.

Alle Details zur Messung und Analyse hier

Dies gilt übrigens für Büroräume. Bei den Homeoffices seiner Mitarbeitenden muss sich der Arbeitgeber nicht um die Hitzeregulierung kümmern.

Hitze am Arbeitsplatz: Holen Sie das Feedback Ihrer Mitarbeitenden ein

Allein bei Anwendung der Arbeitsschutzverordnung ist es also möglich, eine Art „Siesta“ zum Schutz der Arbeitnehmenden einzuführen. Die einzelnen Maßnahmen obliegen aber den Entscheidungen im Unternehmen. Wenn die Raumtemperaturen am Arbeitsplatz zu hoch werden, ist die Reduzierung der Arbeitszeiten bei Hitze durchaus ein gangbarer Weg.

Wir als Netigate, einem Umfrage Tool, über das sehr viele Mitarbeiterumfragen durchgeführt werden, raten ohnehin zu einem offenen Umgang mit diesem Thema:

Arbeitgeber, die Ihre Arbeitnehmer regelmäßig über deren Bedürfnisse und Sorgen befragen, stehen auch in Hitzezeiten besser da. Verschicken Sie doch einfach einmal eine Umfrage, wie Ihre Mitarbeiter die Hitze im Büro empfinden und welche Lösungsvorschläge sie anbieten würden. Gutes Feedback ist schließlich bei allen Temperaturen wichtig – und sorgt für eine höhere Zufriedenheit am Arbeitsplatz.

Hier können Sie unser Umfrage Tool kostenlos testen und Ihre eigenen Umfragen starten